Das Veitlkreuz

An der Mündung es Mendlingbaches in die Salza ist die Erzhalde. Dort gab es zur zeit der Hammerherrlichkeit eine große Eisenniederlage, von der das Rauheisen, Flossen genannt, nach Niederösterreich geführt wurde. Tag und Nacht mußten stets zwei Männer für das Aufladen der Flossen auf die Fuhrwerke bereit sein. Man nannte sie Flossenaufleger.

An einem Samstag hatte einmal Veit, der drinnen in der Mendling, in der Jagerherberge wohnte, den Nachtdienst für das Flossenauflegen. Dies war ihm gerade an jenem Abend recht unangenehm, da er seine Braut in Lassing besuchen wollte. Er bat darum einen seiner Arbeitskameraden im Aushilfe für den Nachtdienst und ging nach Lassing.

Als Veit nun zur Raffelbrücke kam, trat ihm plötzlich das Spitzhütl entgegen und verweigert ihm den Übergang. Veit war aber ein flinker und schneidiger Bursche, der sich über das kleine Männlein lustig machte. Da wuchs auf einmal vor seinen Augen der kleine Wicht zu einem riesig großen Menschen. Veit bekam nun Angst und floh so schnell er nur konnte zu seinen Kameraden zurück. Diesen erzählte er ganz aufgeregt, fiebernd und in Schweiß gebadet, die Begegnung und das Erlebnis auf der Raffelbrücke. Seine Kameraden begleiteten den schwerkranken Veit nach Hause, doch unterwegs sank er tot zusammen. Er war ein Opfer des Raffelmännchens geworden. Seine Braut ließ an dieser Stelle ein Kreuz errichten, im Volke das „Veitlkreuz“ genannt.

Quelle: Admont und das Gesäuse in der Sage; DDr. P. Adalbert Krause O.S.B. Professor in Admont; Oberösterreichischer Landesverlag Ges.m.b.H., Linz; ohne Jahresangabe

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