Gründung des Stiftes Admont

Nach all den schweren Schicksalsschlägen, die über die fromme Gräfin Hemma gekommen waren, gelobte sie, ihren großen obersteirischen Besitz zur Gründung eines Klosters der Kirche zu schenken. Nach ihrem Wunsche sollte es für Mönche aus dem Benediktinerorden am linken Ennsufer, am Donpaß, in der Nähe ihres Schlosses erbaut werden. Als nun Erzbischof Gebhard von Salzburg daran ging, den Grundstein für den Klosterbau an der gewünschten Stelle zu legen, fing plötzlich ein von Geburt aus Taubstummer an zu reden und warnte, an dieser Stelle das Stift zu bauen. „Umi baß (etwas hinüber) vom Donibaß, daß umi übers Wasser. Fang an, Gott vollendet!“ Dann fiel er wieder in seinen früheren taufstummen Zustand zurück. Der Erzbischof sah darin einen Fingerzeig Gottes und baute das Kloster an der Stelle, wo es heute steht. Auf der anderen Seite der Enns, in der Gegend von Hall, wäre es schon längst von den verheerenden Fluten der Wildbäche zerstört worden.

Als Erzbischof Gebhard starb und nach seinem Wunsche in der Stiftskirche zu Admont begraben wurde, erlangte der Taubstumme wieder die Sprache und das Gehör.

Quelle: Admont und das Gesäuse in der Sage; DDr. P. Adalbert Krause O.S.B. Professor in Admont; Oberösterreichischer Landesverlag Ges.m.b.H., Linz; ohne Jahresangabe

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