Der Tod und der Ferge

Bevor eine Brücke über die Enns führte, wurde der Verkehr zwischen Lahrndorf und Sand mit einer Zille bewerkstelligt. Zum Fährmann kam in der Nacht ein hagerer Mann in einem schwarzen Mantel und ließ sich über die Enns setzen. Als der schweigsame Gast auf der Dambachseite ausstieg, fragte er nach der Schuldigkeit. Der Ferge getraute sich nicht, von dem unheimlichen Fremden etwas zu verlangen. Der Fremde aber erwiderte: "Das ist dein Glück, sonst hättest du auch sterben müssen!" Dann ging er hinein ins Dambachtal. Bald darauf Hub ein großes Sterben an. Nur der Ferge blieb am Leben. Er hatte den Tod über die Enns gesetzt. Nach einer anderen Erzählung stieg der Fremde mitten im Fluß aus und ging über das Wasser ans Land.

Quelle: Oberösterreichisches Sagenbuch, Adalbert Depiny, Linz 1932;

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